Warum die Giara sich anders anfühlt
Eine Stunde nördlich von Cagliari öffnet sich die Giara di Gesturi wie eine stille Welt im Landesinneren: Korkeichenwälder, weite Graslandschaften, Basaltfelsen und flache Teiche, die Paulis genannt werden. Die Luft riecht nach Eiche und Thymian. Der Horizont ist weit, der Wind stetig. Wer langsam geht, dem offenbart sich das Plateau in kleinen Augenblicken. Die Hauptdarsteller sind die Cavallini della Giara, Sardiniens kleine Wildpferde 🐎. Sie leben hier frei und bewegen sich in Familiengruppen zwischen Schatten und Wasser. Man kann sie unter Eichen grasen sehen, still vor dem Himmel stehend, oder um einen Teich versammelt. Gib ihnen Raum und Zeit. Dies ist ihr Zuhause, keine Vorstellung. Das Plateau ist wegen seiner Habitate und saisonalen Feuchtgebiete Teil des EU-Netzwerks Natura 2000, wie im Standortdatenblatt für ITB041109 vermerkt natura2000.eea.europa.eu/Natura2000/SDF.aspx?site=ITB041109Wo es liegt und wie man hinkommt
Die Giara liegt über der Region Marmilla, mit den wichtigsten Zugängen bei den Dörfern Gesturi, Tuili, Genoni und Setzu. Mit dem Auto ist es am einfachsten. Straßen führen bis zum Rand des Plateaus, dann leiten kurze Schotterwege zu Parkplätzen und Wandereinstiegen. Nach starkem Regen können die Wege matschig sein; vermeide Autos mit geringer Bodenfreiheit auf den weichsten Abschnitten. Der Mobilfunkempfang kann lückenhaft sein. Lade dir vorher eine offline verfügbare Karte herunter und nimm eine Papierkarte oder eine GPX-Datei mit, falls du eine längere Runde planst.Beste Reisezeit
- Frühling: Ideal. Die Paulis führen Wasser, Wildblumen blühen, und Pferdesichtungen in Teichnähe sind häufig.
- Herbst: Ruhig, sanftes Licht, kühlere Tage. Manche Teiche füllen sich nach den ersten Regenfällen wieder.
- Winter: Klare Luft und gute Sicht an milden Tagen. Wege können nach Regen matschig sein.
- Sommer: Heiß und schutzlos zur Mittagszeit. Früh starten oder spät gehen; die Pferde ruhen bei größter Hitze im Schatten.
Wegoptionen und Schwierigkeitsgrad
Das Plateau ist größtenteils flach, doch der Untergrund variiert: Basaltplatten, Wurzeln und saisonaler Schlamm rund um die Paulis. Wähle deine Runde je nach verfügbarer Zeit und Trittsicherheit auf unebenem Gelände.Leicht: 1–2 Stunden
- Sanfte Runden von den Hauptzugängen zu ein oder zwei Paulis und zurück. 3–6 km auf gemischtem Schotter und Fels. Kaum Höhenunterschied, häufig Schatten in den Korkeichen.
- Gut für Erstbesucher, die einen ruhigen Spaziergang mit guter Chance auf Pferdesichtungen am Wasser suchen.
Mittel: 2–4 Stunden
- Größere Rundwege, die mehrere Teiche und offene Lichtungen verbinden. 7–12 km mit längeren Abschnitten über raues Basaltgestein und Grasland.
- Ein sicheres Orientierungsgefühl ist hilfreich. In beliebten Abschnitten gibt es Wegmarkierungen, doch Abzweigungen können unauffällig sein.
Längerer Tagesausflug: 4–6 Stunden
- Erkundungen quer über das zentrale Plateau zu ruhigeren Paulis und nuraghischen Überresten. 12–18 km auf unebenem Untergrund. Am besten für erfahrene Wanderer mit Orientierungssicherheit.
- Nimm zusätzliches Wasser mit; auf dem Plateau gibt es keine Versorgungsmöglichkeiten.
Wie man die Pferde respektvoll beobachtet
- Halte ruhig Abstand. Nutze ein Fernglas, statt dich zu nähern.
- Füttere sie nicht und rufe sie nicht. Verhalte dich an Wasserstellen leise.
- Hunde müssen angeleint sein und von den Teichen fernbleiben.
- Bewege dich langsam und halte häufig an. Geduld bringt die schönsten Begegnungen.
Sicherheit, Wetter und was man einpacken sollte
- Hitze und Sonne: In den warmen Monaten früh starten. In offenen Abschnitten gibt es wenig Schatten.
- Wind: Der Mistral kann auf dem Plateau kräftig sein. Packe eine leichte Schicht ein, selbst an sonnigen Tagen.
- Wasser und Essen: Keine Brunnen oder Cafés entlang der Wege. Nimm mindestens 2 Liter pro Person mit, im Sommer mehr, plus Snacks.
- Schuhwerk: Griffige Wanderschuhe für Basalt und Wurzeln. Im Frühling ist mit Schlamm um die Paulis zu rechnen.
- Sonne und Insekten: Hut, Sonnenschutz und ein leichtes Insektenmittel helfen in der Nähe der Teiche.
- Navigation: Offline-Karte, aufgeladenes Telefon und bei längeren Wanderungen eine kleine Powerbank.
- Notfälle: Rufe in Italien 112 für Hilfe; der nationale Dienst ist hier näher beschrieben
Geschichte auf dem Plateau
Beim Wandern findest du Spuren prähistorischen Lebens: Steinumfriedungen, verstreute Überreste und kleine Nuraghen auf den Erhebungen. Das verleiht der Stille zusätzliche Tiefe. Für einen bedeutenden archäologischen Ausflug in der Nähe lohnt sich Su Nuraxi bei Barumini, der berühmteste nuraghische Komplex der Insel und UNESCO-Weltkulturerbe whc.unesco.org/en/list/833Einfache Routenvorschläge
- Erster Eindruck (leicht, 1,5 Stunden): Von einem Hauptzugang aus einer Runde zu den nächstgelegenen Paulis folgen, in Ruhe Zeit zum Beobachten nehmen, dann durch den Korkeichenwald zurückkehren.
- Pferdefokussierte Runde (mittel, 3 Stunden): Zwei oder drei Teiche über offene Lichtungen verbinden. An den Wasserrändern langsam bewegen und mittags unter den Eichen ausruhen.
- Langer Tag über Grat und Teiche (mittel/lang, 4–5 Stunden): Über eine Basalterhebung für weitere Ausblicke gehen, dann an weniger besuchten Teichen zurückkehren. Ideal an kühlen, klaren Tagen.
Praktisches und Verhaltensregeln
- Parken: Kleine Flächen in der Nähe der Hauptzugänge. An Frühlingswochenenden früh ankommen.
- Einrichtungen: Keine entlang der Wege. Grundversorgung in Gesturi, Tuili, Genoni und Setzu.
- Abfall: Nimm alles wieder mit. Die Teiche sind empfindliche Lebensräume.
- Tore und Wege: Lasse Tore so, wie du sie vorgefunden hast. Bleibe auf den bestehenden Pfaden, um die Bodenvegetation zu schützen.






