Eine Fischerküche an den Dünen 🐟
Nahe den hellen Sandstränden von Porto Pino im Sulcis wird hier Meeresfrüchte so gekocht, wie Fischer sie am liebsten essen: einfach, in höchster Frische und ohne viel Aufwand. Porto Pino liegt an der Südwestküste Sardiniens, wie im Wikipedia-Eintrag zu Porto Pino hier nachzulesen ist. Man befindet sich in der Gemeinde Sant’Anna Arresi, einem ruhigen Ausgangspunkt mit einfachem Zugang zum Strand und zu den Weinbergen hier.
„Ittiturismo“ bedeutet, dass das Restaurant direkt mit der örtlichen Fischerei verbunden ist. Diese Verbindung vom Meer zum Herd prägt alles, was man schmeckt: klare, präzise Aromen, nichts Überarbeitetes, und eine Küche, die den Fang des Tages für sich sprechen lässt.
Fritto misto, das die Fahrt wert ist
Wenn man nur ein Gericht bestellt, dann den Fritto misto. Der Teig ist hauchdünn und zerbricht beim Hineinbeißen, das Öl ist frisch, das Ergebnis trocken. Die Calamari sind zart, die Garnelen bleiben saftig, und die kleinen Fische haben jenen süßlich-salzigen Knack, den nur wirklich frische Meeresfrüchte besitzen. Ein Spritzer Zitrone weckt alles noch einmal auf. Es ist die Art von Frittiertem, bei der man nach dem nächsten Stück greift und nicht nach dem Wasserglas.
Was man über das Frittierte hinaus bestellen sollte
- Fregola con arselle: Geröstete Fregola-Perlen in einer Muschelbrühe, die nach Gezeiten duftet. Man sollte um einen Löffel bitten, um den letzten Rest auszulöffeln.
- Spaghetti alla bottarga: Bottarga von der Meeräsche verleiht einen scharfen, salzigen Kick. Das Aroma ist jodreich und herzhaft, am besten mit einem glänzenden Schuss gutem Olivenöl.
- Insalata di polpo: Octopus, langsam gekocht bis er zart ist, mit Petersilie, Sellerie und Zitrone. Klar, kräuterfrisch und still zufriedenstellend.
- Crudi und Carpacci: Werden angeboten, wenn der Fang es zulässt. Zu erwarten sind eine feine Süße und eine kühle, seidige Textur. Ein Blatt Pane carasau dazu sorgt für einen sanften Crunch.
Die Speisekarten ändern sich mit den Booten. Wenn man lokale Muscheln sieht, sollte man sie nehmen; ihr salziger Biss passt hervorragend zu einem gekühlten Weißwein.
Was man trinken sollte
Gekühlter Vermentino ist der Weißwein der Insel schlechthin zu Meeresfrüchten, dank seiner Zitrus- und Kräuternoten sowie seiner salzigen Note, wie im Rebsortenprofil auf Wikipedia hier beschrieben. Für etwas Lokales aus dem Sulcis probiert man einen Rosé oder einen leichten Rotwein der Carignano del Sulcis DOC, der reife rote Früchte und weiche Tannine mitbringt, die gut zu kräftigerem Fisch und Bottarga passen hier.
Atmosphäre und Service
Tischtheater sollte man hier nicht erwarten. Der Raum ist lässig und unprätentiös, der Empfang herzlich, und der Fokus liegt ganz auf dem, was an jenem Tag aus dem Wasser kam. Es fühlt sich an, als würde man in einem Küstenhaushalt essen. Die Portionen sind ehrlich, das Tempo entspannt, und das Personal berät gerne, was an diesem Tag am besten ist.
Praktische Details
- Lage: In der Gegend von Sant’Anna Arresi, eine kurze Fahrt von Porto Pino und den weißen Dünen von Is Arenas Biancas entfernt. Außerhalb der Stoßzeiten ist das Parken in der Regel unkompliziert.
- Wann man hingehen sollte: Ein Mittagessen nach einem Strandvormittag funktioniert gut. Für Sonnenuntergangslicht und kühlere Luft sollte man das Abendessen reservieren. Die Abende im Juli und August sind schnell ausgebucht.
- Preise: Für ein meeresfrüchtebetontes Essen mit Wein sollte man etwa €35–50 pro Person einplanen. Fritto misto, à la carte bestellt, kostet üblicherweise €14–20. Die Preise können sich je nach Saison und Fang ändern.
- Reservierung: Im Voraus reservieren, besonders an Wochenenden und den ganzen Sommer über. Am besten fragt man, was die Boote gebracht haben, um die Bestellung entsprechend zu planen.
- Bezahlung und Kleidung: Lässige Kleidung ist völlig in Ordnung. Karten werden meist akzeptiert, dennoch ist es klug, an kleineren Küstenorten etwas Bargeld mitzuführen.
- Hinweise zu Ernährung: In einer Ittiturismo-Küche sind Schalentiere und Kreuzkontakt üblich. Bei Allergien sollte man vorher anrufen, damit das Team beraten kann.
Einen Strandtag daraus machen
Man sollte das Essen mit einem gemächlichen Spaziergang entlang der langen, hellen Küste von Porto Pino verbinden, einem regionalen Highlight, das auch vom offiziellen Tourismusverband Sardegnas hervorgehoben wird hier. Der zweite Strand, hinter dem sich die weißen Dünen von Is Arenas Biancas erheben, ist im späten Nachmittagslicht besonders eindrucksvoll, wenn die Hitze nachlässt und das Wasser glasklar glänzt.
Fazit
Hier werden Meeresfrüchte mit Selbstvertrauen und Zurückhaltung zubereitet. Man kommt für den Fritto misto, bleibt für eine Schüssel Fregola und geht mit diesem klaren Geschmack des Mittelmeers noch auf der Zunge.






