Es gibt Strände, die schön sind, und dann gibt es Cala Luna. Versteckt an der zerklüfteten Ostküste Sardiniens, innerhalb des Golfs von Orosei, vereint dieser Abschnitt aus Sand und hellem Kalksteinkies türkisfarbenes Mittelmeerwasser, hoch aufragende Klippen, dichte mediterrane Macchia und eine Reihe gewaltiger Naturhöhlen. Das Ergebnis wirkt überraschend wild für einen Strand, der zu den bekanntesten der Insel zählt.
Was Cala Luna besonders macht, ist, dass er nicht einfach ein Ort ist, an dem man für ein paar Stunden sein Handtuch ausbreitet. Man erreicht ihn mit dem Boot oder zu Fuß, kann die Höhlen erkunden, im bemerkenswert klaren Wasser schnorcheln, durch die umliegende Schlucht wandern und dabei sogar Spuren des traditionellen sardischen Hirtenlebens entdecken.
Wo liegt Cala Luna?
Cala Luna liegt an der Ostküste Sardiniens im Golf von Orosei, zwischen den Gebieten, die traditionell Dorgali und Baunei zugeordnet werden. Die Landschaft gehört zu den dramatischsten der Insel: Steile Kalksteinklippen fallen direkt zum Meer hin ab, und dichte mediterrane Macchia bedeckt einen Großteil des umliegenden Geländes.
Der Strand liegt an der Mündung der Codula di Luna, einer Schlucht, die im Laufe der Zeit vom Rio Illune geformt wurde. Diese Geografie erklärt vieles vom Charakter Cala Lunas. Man gelangt nicht einfach zu einem isolierten Sandstreifen, sondern taucht in ein natürliches Amphitheater aus Fels, Vegetation und Meer ein.
Warum sich der Weg nach Cala Luna lohnt
Das Erste, was auffällt, ist die Farbe des Wassers. Nahe am Ufer wirkt es fast durchsichtig und wechselt allmählich von blassem Grün über Türkis bis hin zu tieferem Blau, je weiter der Meeresboden abfällt. Der Strand selbst besteht aus einer Mischung aus Sand und hellem Kalksteinkies, wobei die dahinterliegenden Klippen einen scharfen, dramatischen Kontrast bilden.
Fünf Höhlen und 800 Meter Sand
Cala Luna erstreckt sich über etwa 800 Meter, und fünf große Naturhöhlen öffnen sich direkt zum Strand hin. Sie bieten während der heißesten Stunden des Tages willkommenen Schatten und zählen zu den prägenden Merkmalen der Bucht.
Die Lagune hinter dem Strand
Hinter dem Sand findet man etwas Unerwartetes für eine solche Küstenlandschaft: eine kleine Lagune, gespeist vom Rio Illune und umrahmt von Oleander und mediterraner Vegetation. Diese Kombination aus Meer, Schlucht, Lagune, Höhlen und Klippen macht Cala Luna anders als einen gewöhnlichen sardischen Strand, und es lohnt sich, beim Besuch Zeit einzuplanen, um sich umzusehen, statt direkt zum Wasser zu gehen.
Wie man nach Cala Luna gelangt
Ein Grund, warum sich Cala Luna seine wilde Atmosphäre bewahrt hat, ist, dass man nicht einfach mit dem Auto hinfahren und in der Nähe parken kann. Es gibt zwei realistische Möglichkeiten, dorthin zu gelangen: mit dem Boot oder zu Fuß.
Mit dem Boot
Bootsausflüge starten von nahegelegenen Orten entlang des Golfs von Orosei, und das ist die einfachere Option, wenn man die Wanderung ganz vermeiden oder Cala Luna an einem Tag mit anderen Buchten kombinieren möchte. Reisende, die mehr Flexibilität und Unabhängigkeit wünschen, können sich auch über Bootsverleih in unserem Rental12-Ökosystem informieren, das umfassendere Mietmöglichkeiten auf ganz Sardinien abdeckt.
Zu Fuß: Von Cala Fuili nach Cala Luna
Die am besten markierte Wanderroute beginnt in Cala Fuili, etwa 7 Kilometer von Cala Luna entfernt. Das Gelände kann anspruchsvoll sein, und einige Abschnitte erfordern Vorsicht. Die italienische Tourismusbehörde Sardegna Turismo empfiehlt für die weniger klar markierten Abschnitte örtliche Führer.
Das ist kein Spaziergang, den man als beiläufigen Strandbummel abtun sollte. Im Sommer steigen die Temperaturen stark an, Schatten ist auf exponierten Abschnitten rar, und man braucht ausreichend Wasser, passendes Schuhwerk und genügend Zeit. Für einen Eindruck von der weiteren Schluchtenlandschaft in diesem Teil des Supramonte gibt unser Leitfaden zu Su Gorropu, der tiefsten Schlucht Europas, eine nützliche Vorstellung von dem Gelände, mit dem man weiter im Landesinneren zu tun hat.
Was man mitbringen sollte
Mindestens 1,5–2 Liter Wasser pro Person
Feste Wanderschuhe, keine Sandalen
Sonnenschutz: Hut, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
Schnorchelmaske, falls man in die Höhlen hineinschwimmen möchte
Genug Zeit, um die vollen 7 km pro Strecke ohne Hast zu gehen
Die Belohnung ist beträchtlich. Statt Cala Luna nur vom Meer aus zu sehen, erlebt man die Landschaft nach und nach, durchquert mediterrane Macchia und die dramatische Schlucht, bevor sich der Strand schließlich vor einem öffnet. Für erfahrene Wanderer kann die Wanderung am Ende genauso unvergesslich sein wie das Ziel selbst. Wer eine längere Reiseroute rund um den Golf von Orosei plant, findet in den Stränden bei Cala Gonone eine sinnvolle Basis, mit regelmäßigen Bootsabfahrten Richtung Cala Luna und den umliegenden Buchten.
Cala Luna auf der Leinwand
Cala Luna ist auch auf der großen Leinwand zu sehen gewesen. Die Kulisse zog Filmemacher an, darunter die italienische Regisseurin Lina Wertmüller, die den Ort für Swept Away (Travolti da un insolito destino nell'azzurro mare di agosto) nutzte. Hat man erst einmal die Klippen und Höhlen rund um den Strand gesehen, versteht man leicht, warum: Die Landschaft wirkt bereits wie ein sorgfältig gestaltetes Filmset.
Ein bleibender Eindruck
Cala Luna ist mehr als ein Strand: Es ist ein Ort, an dem das Meer, die Klippen und das wilde Herz Sardiniens zusammenkommen — eine Ecke der Insel, die man vielleicht hinter sich lässt, aber nie wirklich vergisst.
Praktische Tipps für den Besuch von Cala Luna
Ob man mit dem Boot oder zu Fuß ankommt, man sollte sich genug Zeit nehmen, um alles richtig zu erkunden: Die Höhlen, die Lagune und die Schluchtmündung belohnen einen langsameren Besuch mehr als einen kurzen Stopp. Wer die Route über Cala Fuili wandert, sollte früh starten, um die schlimmste Mittagshitze zu vermeiden, und die Rückstrecke nicht unterschätzen, wenn man von Hitze und Schwimmen bereits erschöpft ist. Für alle, die dies mit einem umfassenderen Ausflug durch das Gebiet von Baunei verbinden möchten, ist das Golgo-Plateau bei Baunei gut erreichbar und einen Besuch wert, den man damit kombinieren kann.





