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Telemedizin für zu Hause: 1.410 Sardinier über 80 – was A Kent'Annos in Salude vorsieht

Sardinien hat ein auf 18 Monate angelegtes Telemedizin-Projekt für 1.410 Einwohner über 80 gestartet, das die regionale Agentur ARES am 26. Oktober in Cagliari vorgestellt hat. Es heißt A Kent'Annos in Salude, auf Sardisch „auf hundert Jahre, bei Gesundheit“, und wird mit 3.470.000 € aus dem EU-Wiederaufbaufonds (PNRR) finanziert. Den Zuschlag erhielt es in der Ausschreibung „Grandi Anziani“ der nationalen Gesundheitsagentur Agenas, bei der es im Süden den ersten und in Italien den dritten Platz belegte. Das Projekt nimmt drei Risiken im häuslichen Umfeld in den Blick: den kognitiven Abbau mit kognitiven und motorischen Übungen, vergessene Medikamente mit digitalen Pillenspendern und die Isolation mit Monitoringsystemen für zu Hause, die mit den Sozialdiensten verbunden sind. Es läuft über die Telemedizin-Infrastruktur der Region, mit drei Teams: einem nördlichen Zentrum für ASL Sassari und ASL Gallura, einem zentralen für Nuoro, Oristano und Ogliastra sowie einem südlichen für Cagliari, Medio Campidano und Sulcis Iglesiente. Umgesetzt wird es von Hausärzten und Gesundheitszentren vor Ort gemeinsam mit den Sozialdiensten der Gemeinden, mit Apotheken und, laut der ARES-Mitteilung vom Juni, mit den Universitäten Cagliari und Sassari. Weder ARES noch die Region haben veröffentlicht, wie die Patienten ausgewählt werden oder wie sich die 1.410 Plätze auf die Gebiete verteilen. Laut dem Fachportal Tecnica Ospedaliera richtete sich die nationale Ausschreibung an Menschen über 80 mit mindestens einer chronischen Erkrankung, die noch nicht in der integrierten Hauspflege betreut werden. Weniger Krankenhauseinweisungen und Notfallbesuche sind erklärte Ziele, keine Ergebnisse. Für Familien heißt das: beim Hausarzt oder beim örtlichen Gesundheitsbezirk nachfragen, den ARES unter den Beteiligten am Projekt aufführt.

Quelle: ARES Sardegna

Alte Schwarz-Weiß-Familienfotos an einer Granitwand neben einer grünen Tür in Lollove, Barbagia

Was das Projekt bietet

ARES Sardegna, die Agentur, die gemeinsame Dienste für das Gesundheitssystem der Insel betreibt, stellte das Projekt am 26. Oktober vor. Es wird von den Regionalressorts für Gesundheit und für Sozialpolitik getragen, ARES ist die ausführende Stelle. Über 18 Monate soll es mithilfe der Regionalen Telemedizin-Infrastruktur (IRT) die Versorgung zu 1.410 Menschen über 80 nach Hause bringen und setzt dabei an drei Risikofaktoren an:

  • Kognitiver Abbau: kognitive und motorische Stimulation zu Hause, mit vereinfachter, anpassungsfähiger Technik

  • Mangelnde Therapietreue bei Medikamenten: digitale Spender, die erfassen, ob Tabletten eingenommen werden, abgestimmt mit den örtlichen Apotheken

  • Soziale Isolation: Überwachungssysteme für zu Hause und Verbindungen zu den Sozialdiensten der comuni und zum Dritten Sektor

Laut ARES werden akute Probleme bewältigt, indem der Dienst zu Hause mit der Krankenhausversorgung verknüpft wird; Ziel sind weniger Klinikaufnahmen und weniger unnötige Notaufnahmebesuche.

Wer es umsetzt, und wo

Die Insel ist in drei Pole gegliedert, jeweils mit einem multidisziplinären Team:

  • Norden: ASL Sassari und ASL Gallura

  • Mitte: ASL Nuoro, ASL Oristano und ASL Ogliastra

  • Süden: ASL Cagliari, ASL Medio Campidano und ASL Sulcis Iglesiente

Die Umsetzung liegt bei den lokalen Gesundheitsbehörden, die dabei ihre Distrikte, die Gemeinschaftshäuser der Gesundheitsversorgung (Case di Comunità), die territorialen Einsatzzentralen (COT) und die Hausärzte einbinden. Zu den Partnern gehören laut der Mitteilung von ARES vom Juni die Sozialdienste und PLUS-Bereiche der comuni, Apotheken, die Universitäten Cagliari und Sassari sowie Freiwilligenorganisationen.

Woher das Geld kommt

Die 3.470.000 € stammen aus Mission 6 (Gesundheit) von Italiens Nationalem Aufbau- und Resilienzplan, über die Ausschreibung „Grandi Anziani“ der Agenas, der nationalen Agentur für regionale Gesundheitsdienste. Sardiniens Bewerbung belegte den ersten Platz in Süditalien und den dritten landesweit; die Delegation stellte sie am 26. Juni bei der Agenas in Rom vor. Landesweit wählte die Ausschreibung 58 von 146 Projekten aus, mit 150 Millionen € und rund 60.000 Menschen über 80, berichtete Tecnica Ospedaliera im Juli. Pintor sagte im Juni, das Ziel sei «una risposta ordinaria e permanente per il Servizio Sanitario Regionale», also ein regulärer, dauerhafter Dienst des regionalen Gesundheitssystems.

Was gesagt wurde

Alessandra Todde, Präsidentin der Region und kommissarische Gesundheitsassessorin, sagte, das Projekt «rappresenta la nostra visione di sanità di prossimità» (steht für unsere Vision einer wohnortnahen Gesundheitsversorgung). Giuseppe Pintor, Generaldirektor von ARES, sprach davon, «garantire la piena operatività dell'Infrastruttura Regionale di Telemedicina» (die volle Betriebsfähigkeit der Regionalen Telemedizin-Infrastruktur sicherzustellen). Ivano Leta von der Agenas sagte, man lege «le basi per percorsi di continuità assistenziale davvero vicini ai bisogni dei cittadini» (die Grundlagen für Wege der durchgängigen Versorgung, die wirklich nah an den Bedürfnissen der Menschen sind).

Was noch fehlt

Das veröffentlichte Material lässt praktische Fragen offen:

  • Wie Patientinnen und Patienten ausgewählt und aufgenommen werden. Die nationale Ausschreibung richtete sich laut Tecnica Ospedaliera an Menschen über 80 mit mindestens einer chronischen Erkrankung, die noch nicht in der integrierten häuslichen Pflege (ADI) sind; Sardinia Post nennt dasselbe Profil für das sardische Projekt.

  • Wie sich die 1.410 Plätze auf die drei Pole und die acht ASL verteilen

  • Wer die Alarme der Geräte zu Hause überwacht und wie schnell jemand reagiert

  • Wie die Daten der Geräte in den Wohnungen geschützt werden

  • Welche Ergebnisse gemessen und veröffentlicht werden

In der Schlagzeile von ANSA ging es um Über-80-Jährige „mit akuten Erkrankungen“, doch der Text von ARES beschreibt ein Projekt zur Prävention und Überwachung mit Anbindung an die Krankenhausversorgung, nicht die Behandlung akuter Krankheiten zu Hause.

Warum das hier wichtig ist

27 % der Sarden sind über 65, berichten ANSA und ARES, und viele leben in kleinen, verstreuten Dörfern weit entfernt von einem Krankenhaus. «La Sardegna è una delle regioni più longeve del mondo» (Sardinien ist eine der langlebigsten Regionen der Welt), sagte Todde im Juli in einer Mitteilung der Region. Ein separates regionales Pilotprojekt im Distrikt Isili, mit ASL Cagliari und der geriatrischen Fakultät der Universität Cagliari, untersucht laut der Region von September bis Dezember 2026 Einwohner über 70 auf Gebrechlichkeit.

Was Familien tun können

Es gibt kein öffentliches Antragsformular. Familien mit einem Angehörigen über 80, der zu Hause lebt, können den Hausarzt oder den örtlichen Gesundheitsdistrikt fragen, ob der Angehörige einbezogen werden könnte und welcher Pol ihr Gebiet abdeckt. In der Gallura ist das der nördliche Pol, mit ASL Sassari.

Ein Hinweis zu den Zahlen

Die 1.410 Patienten, 3.470.000 € und 18 Monate sind Angaben von ARES. Eine frühere Mitteilung der Region spricht von etwa 1.500 Menschen im Alter von 80 bis 90 Jahren; in der Mitteilung von ARES vom Juni ist von „1.410 grandi anziani“ die Rede, überwiegend im Alter von 80 bis 90. Die nationalen Gesamtzahlen stammen aus dem Bericht von Tecnica Ospedaliera über die Rangliste der Agenas. ARES datiert die Vorstellung auf den 26. Oktober; Sardinia Post berichtete am 27. Oktober, das Projekt beginne an diesem Tag. Keine der beiden Quellen sagt, wie viele Menschen bisher aufgenommen sind; die 1.410 sind also ein Zielwert und keine Zahl der Patienten, die den Dienst bereits nutzen.

Foto: alte Familienfotos an einer Hauswand in Lollove, in der Barbagia. Foto: Sardinia Blog.

Quellen: ARES Sardegna, 26. Oktober 2026 · ARES Sardegna, Juni 2026 · ANSA, 26. Oktober 2026 · Sardinia Post, 27. Oktober 2026 · Tecnica Ospedaliera, 21. Juli 2026 · Regione Sardegna

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