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Sardiniens Wildschweinjagd läuft bis zum 31. Januar: Büchsen bei Treibjagden erlaubt, 40 Wildschweine pro Gruppe

Sardiniens Wildschweinjagd läuft laut Jagddekret der Region vom 7. August 2026 bis zum 31. Januar 2027 an Sonntagen, Donnerstagen und Feiertagen unter der Woche. Treibjagden und die Jagd mit Hunden sind erlaubt, gezogene Läufe dürfen nur für Wildschwein und Fuchs verwendet werden, und eine Gruppe darf pro Tag höchstens 5 Wildschweine je 5 Gewehre und insgesamt 40 erlegen. Die Büchsenregel geht auf ein Regionalgesetz vom Januar 2011 zurück, die Jagdzeiten sind dieselben wie im vergangenen Winter. Der Druck, mehr Tiere zu erlegen, kommt von Straßen und Ortschaften. Die Region zählte von 2020 bis November 2025 6.995 Verkehrsunfälle mit Wildtieren, gegenüber 2.991 in den fünf Jahren davor, und nannte das Wildschwein als die am häufigsten beteiligte Art. In Olbia wurde ein Plan, Wildschweine am Stadtrand einzufangen, am 17. Dezember 2025 per Regionaldekret genehmigt; am 27. Juli 2026 erklärte der Bürgermeister, die Fänge würden in Kürze beginnen. Uns wurde gesagt, sie hätten im Oktober begonnen, doch eine offizielle Bestätigung fanden wir nicht. Längere Jagdzeiten sind umstritten. 2023 gaben ISPRA und das Umweltministerium negative Stellungnahmen zu vier zusätzlichen Sonntagen im Februar ab, und als die Region einen Tag dazugab, den 31. Januar 2026, nannten die Gruppen GRIG und LAC das absurd und argumentierten, dass unselektive Jagd die Bestände nicht senke. Ein Gesetzentwurf von Fratelli d'Italia, die Jagdzeit bis Anfang Februar zu verlängern, wurde im Oktober 2025 eingebracht; eine Abstimmung fanden wir nicht verzeichnet. Für Reisende heißt das: Bis Ende Januar sind donnerstags, sonntags und an Feiertagen Jagdgesellschaften auf dem Land unterwegs, und nach Einbruch der Dunkelheit können Wildschweine auf Landstraßen auftauchen.

Independent local volunteer

Quelle: Regione Sardegna, hunting calendar decree no. 20/2026

Sardisches Wildschwein blickt in die Kamera, auf einem Granitpfad in der Gallura

Was die Regeln für 2026/27 vorsehen

Die Jagdsaison wird durch das Dekret Nr. 20 vom 7. August 2026 der Umweltassessorin der Region, Rosanna Laconi, festgelegt. Wildschweine dürfen vom 1. Oktober 2026 bis zum 31. Januar 2027 bejagt werden, also in demselben Zeitraum, den der regionale Wildtierausschuss (Comitato Regionale Faunistico) für die vorherige Saison festgelegt hatte. Gejagt werden darf sonntags, donnerstags und an Feiertagen, die auf einen Wochentag fallen; das Dekret weist darauf hin, dass Sardinien die Jagd nur an zwei festen Tagen pro Woche erlaubt.

  • Jagdmethode: Treibjagden (battute) oder Pirschjagd mit Hund.

  • Abschussbegrenzung: höchstens 5 Wildschweine pro 5 Gewehre oder angefangene 5 Gewehre und höchstens 40 pro Gruppe und Tag. Eine Treibjagd muss beendet werden, sobald die Grenze erreicht ist; versehentlich über die Grenze hinaus erlegte Tiere gehen unter Aufsicht der Provinz an wohltätige Zwecke.

  • Waffen: Ein gezogener Lauf darf nur für Wildschweine und Füchse verwendet werden, auch bei Treibjagden. Vollmantelgeschosse sind in gezogenen Waffen verboten.

  • Sicherheit: Jäger und Treiber bei einer Wildschwein- oder Fuchstreibjagd müssen Warnkleidung tragen.

  • Fleisch und Krankheiten: Wildschweinfleisch darf erst verzehrt oder weitergegeben werden, wenn eine Zwerchfellprobe von mindestens 60 Gramm negativ auf Trichinella getestet wurde; dies regelt ein Regionaldekret von 2013. Jäger werden gebeten, jeden gefundenen Wildschweinkadaver den Tierärzten der örtlichen Gesundheitsbehörde zu melden, im Rahmen der Überwachung der Afrikanischen Schweinepest.

Woher die Regel zum gezogenen Lauf stammt

Büchsen bei Wildschwein-Treibjagden sind nichts Neues. Am 19. Januar 2011 änderte der Regionalrat Artikel 41 des Jagdgesetzes von 1998, sodass neben dem glatten Lauf auch ein gezogener Lauf („o a canna rigata“) erlaubt ist; die Änderung ist das Regionalgesetz Nr. 5 vom 21. Januar 2011. Dasselbe Gesetz gab dem Umweltassessor die Befugnis, Ausnahmeregelungen von bis zu einem Monat zu erlassen, unter anderem aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und zur Verhinderung schwerer Schäden an Kulturen und Viehbestand, nach Anhörung eines regionalen Wildtierinstituts oder, solange es keines gibt, eines Ausschusses aus drei Sachverständigen. Die Staatsregierung focht diese Klausel an, und das Verfassungsgericht wies die Anfechtung mit Urteil Nr. 16 von 2012 zurück.

Längere Jagdzeiten: beantragt, meist abgelehnt

Im Januar 2023 bat die damalige Regionalregierung das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium, im Februar vier weitere Sonntage für die Wildschweinjagd zuzulassen. Am 3. Februar 2023 erklärte der damalige Umweltassessor Marco Porcu, der Antrag könne nicht weiterverfolgt werden, weil ISPRA, das nationale Umweltforschungsinstitut, und das Umweltministerium negative Gutachten abgegeben hätten.

Für die Saison 2025/26 fügte die Region mit Dekret vom 23. Januar 2026 einen einzigen Tag hinzu, den Samstag, 31. Januar 2026. Die Gruppo d'Intervento Giuridico (GRIG) und die Lega per l'Abolizione della Caccia (LAC) bezeichneten die Verlängerung als absurd. Sie argumentieren, dass die unselektive Jagd, das Aussetzen von Tieren zu Jagdzwecken, die Kreuzung mit Hausschweinen und in Stadtnähe zurückgelassener Müll dafür sorgen, dass sich die Wildschweine ausbreiten und die Schäden zunehmen.

Am 29. Oktober 2025 legte Fratelli d'Italia einen Gesetzentwurf vor, den als Erster der Abgeordnete Emanuele Cera unterzeichnete und der das Gesetz von 1998 neu fassen soll. Er würde die Wildschweinjagd bis in die ersten zehn Februartage verlängern, Damwild, Star, Türkentaube und verwilderte Taube zu den jagdbaren Arten hinzufügen und außerordentliche Maßnahmen zur Eindämmung der Wildschweine sowie Entschädigungen für Landwirte vorsehen. Seither haben wir keinen Hinweis auf eine Abstimmung im Ausschuss gefunden.

Straßen, Städte und Inseln

Am 28. November 2025 meldete die Region 6.995 durch Wildtiere verursachte Verkehrsunfälle von 2020 bis zu diesem Datum, gegenüber 2.991 im vorangegangenen Fünfjahreszeitraum; am häufigsten war das Wildschwein beteiligt. Sie verteilte 324.000 Euro zu gleichen Teilen auf Alghero, Arzachena, Sassari und Olbia, die Städte mit den meisten Wildschweinkollisionen, und gab 136.000 Euro an Sarroch und Castiadas für Unfälle mit sardischen Hirschen. Laconi nannte die Wildtiere „un fenomeno in costante crescita, difficile da contenere“ (unsere Übersetzung: ein Phänomen, das stetig wächst und schwer einzudämmen ist). Am 9. November 2025 berichtete L'Unione Sarda, ein Arzt aus Bitti sei ums Leben gekommen, als sein Auto auf der Straße Sassari–Olbia mit einem Wildschwein zusammenstieß; örtliche Bürgermeister forderten Absperrungen, um Wildschweine „und andere streunende Tiere“ von der Straße fernzuhalten, sowie gezielte Abschüsse.

In Olbia werden seit mindestens dem Frühjahr 2024 Wildschweine in Poltu Cuadu, Olbia Mare und rund um den Flughafen gemeldet. Ein Protokoll zwischen der Stadt, der Region, der Provinz, der Forstagentur Forestas, der Gesundheitsbehörde und dem Forstkorps, das der außerordentliche Kommissar der Stadt am 14. November 2024 genehmigte, sieht Kastenfallen sowie Bußgelder für alle vor, die Wildschweine füttern. Nach einer Petition mit mehr als 1.000 Unterschriften genehmigte die Assessorin den Eindämmungsplan mit Dekret Nr. 36/7812 vom 17. Dezember 2025, das am 2. Januar 2026 im Amtsblatt der Region veröffentlicht wurde. Am 3. März 2026 berichtete Olbia.it von einer Gruppe von 11 Wildschweinen an der Müllsammelstelle der CAM und von noch keinen Fängen. Am 27. Juli 2026 teilte Bürgermeister Settimo Nizzi dem Stadtrat nach einem Treffen mit Forestas und der Provinz mit, die Fänge würden in Kürze beginnen („Inizieranno a breve la cattura dei cinghiali“; unsere Übersetzung: Der Fang der Wildschweine beginnt in Kürze), und am 31. Juli berichtete L'Unione Sarda, der Plan sei noch nicht in Betrieb. Uns wurde vor Ort mitgeteilt, dass der Fang im Oktober nach der Sommersaison begonnen habe; eine öffentliche Bestätigung durch die Stadt oder die Provinz haben wir nicht gefunden, ebenso wenig eine Angabe zur Zahl der gefangenen Tiere.

Vor der Südwestküste genehmigte die Region am 27. Januar 2026 einen Plan zur Ausrottung der Wildschweine auf der Insel San Pietro in den Jahren 2025 bis 2029 (Dekret Nr. 4/476), der von der Provinz Sulcis Iglesiente durchgeführt wird.

Was sich für Besucher ändert

  • Bis zum 31. Januar muss man donnerstags, sonntags und an Feiertagen mit Jagdgesellschaften auf dem Land rechnen. Alle Teilnehmer einer Treibjagd tragen Warnkleidung, und auch für Wanderer ist auffällige Kleidung sinnvoll.

  • Wildschweine queren Landstraßen vor allem in der Dämmerung und nachts. Die Straße Sassari–Olbia und die Randgebiete von Olbia gehören zu den Orten, die in jüngsten Berichten genannt werden.

  • In Olbia sollte man Wildschweine nicht füttern und Müll verschlossen halten: Laut dem Protokoll von 2024 lockt leicht zugängliche Nahrung sie in die Stadt.

Ein Hinweis zu den Zahlen

Die Unfallzahlen sind die Angaben der Region für alle Wildtiere, nicht nur für Wildschweine; die Mitteilung nennt ihre Datenquelle nicht, und „bis zu diesem Datum“ bedeutet den 28. November 2025, der jüngere Zeitraum umfasst also knapp sechs Jahre gegenüber fünf; pro Jahr hat sich die Zahl dennoch ungefähr verdoppelt (unsere Berechnung: etwa 1.180 gegenüber etwa 600). Die Region gibt 324.000 Euro für die vier Städte an und sagt, der Betrag werde gleichmäßig aufgeteilt, das sind 81.000 Euro pro Stadt. Eine amtliche Zählung der Wildschweine auf Sardinien gibt es nicht: Coldiretti, der Bauernverband, schätzte ihre Zahl im Juli 2024 auf etwa 100.000, und La Nuova Sardegna wiederholte diese Zahl am 3. Oktober 2026, ohne eine Quelle zu nennen. Die Abschussbegrenzungen gelten pro Gruppe und pro Tag. Das Dekret Nr. 20 haben wir in der Fassung gelesen, die der Jagdverband ANLC veröffentlicht hat; in deren Anhängen sind Dekretnummer und Datum angegeben.

Ein sardisches Wildschwein in der Gallura, August 2014. Foto: Francesco Bellamoli, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons, zugeschnitten.

Quellen: Regione Sardegna, Dekret Nr. 20 zum Jagdkalender vom 7. August 2026 (Kopie der ANLC) · Regione Sardegna, 28. November 2025 · Corte costituzionale, Urteil 16/2012 · Caccia Passione, 20. Januar 2011 · L'Unione Sarda, 3. Februar 2023 · L'Unione Sarda, 28. Januar 2026 · L'Unione Sarda, 29. Oktober 2025 · L'Unione Sarda, 9. November 2025 · Olbia.it, 21. November 2024 · Gallura Oggi, 28. März 2025 · Olbia.it, 3. März 2026 · L'Unione Sarda, 31. Juli 2026 · Federcaccia, 9. Februar 2026 · L'Unione Sarda, 30. Juli 2024 · La Nuova Sardegna, 3. Oktober 2026 · Caccia Passione, 25. Oktober 2023 · Gallura Oggi, 27. Juli 2026 · L'Unione Sarda, 20. Mai 2023

Unsere Meinung

Dieser Abschnitt ist die Meinung des Herausgebers von Sardinia Blog und keine Nachrichtenberichterstattung. Unser Eigentümer vermietet Ferienhäuser in Olbia und Golfo Aranci, daher betreffen Wildschweine in den Straßen von Olbia und auf den Straßen der Gallura seine Gäste unmittelbar.

Die Wildschweinbestände in Schach zu halten, ist die richtige Politik, und Sardinien sollte dabei entschlossener vorgehen. Wildschweine beschädigen Felder, Weiden und Zäune, und Landwirte und Viehhalter zahlen jede Saison dafür. Sie übertragen auch Krankheiten: Sardinien lebte jahrzehntelang mit der Afrikanischen Schweinepest, und erst im Oktober 2023 erkannte die Europäische Kommission den auf der Insel vorkommenden Virusstamm bei Wildschweinen als getilgt an. Eine große, nicht regulierte Population ist der einfachste Weg für eine Rückkehr. Auf den Straßen zeigen die eigenen Zahlen der Region seit 2020 mehr als doppelt so viele Unfälle mit Wildtieren wie in den fünf Jahren davor.

Die Jagdsaison ist ein Instrument, und ihre Regeln sind vernünftig: Treibjagden an festen Tagen, Büchsen für mehr Treffsicherheit, eine Obergrenze pro Gruppe und Warnkleidung. In Stadtnähe lautet die Antwort Fallenfang und gezielte Abschüsse durch geschulte Fachkräfte, und für Olbia ist das bereits genehmigt. Der im Dezember 2025 genehmigte Plan lief Ende Juli noch immer nicht. Falls der Fang tatsächlich im Oktober begonnen hat, wie uns berichtet wurde, sollten die Stadt und die Provinz das mitteilen und veröffentlichen, wie viele Tiere wo gefangen wurden.

Das Gleiche gilt für frei laufende Rinder und Schweine. Eine Kuh, die bei Monti über die vierspurige Straße Sassari–Olbia spazierte, schaffte es im Mai 2023 als Kuriosität in die Nachrichten; auf einer unbeleuchteten Straße bei Nacht ist so etwas ein Unfall, der nur darauf wartet zu passieren, und die Bürgermeister, die im November 2025 Absperrungen forderten, nannten streunende Tiere neben den Wildschweinen. Eigentümer sollten verpflichtet werden, ihr Vieh einzuzäunen, und die Vorschriften für frei laufende Schweine sollten durchgesetzt werden: Im Oktober 2023 waren nicht registrierte Schweine der Grund dafür, dass zwölf Gemeinden im mittleren Osten Sardiniens weiterhin in der strengsten Schweinepest-Zone blieben.

In einem Punkt haben die Kritiker recht: Mehr zu schießen beweist nichts, solange niemand zählt. Die Region sollte eine Schätzung der Wildschweinzahlen veröffentlichen, dazu die Abschusszahlen der Saison, die ihre neue Jagd-App auch für Wildschweine erfassen könnte, sowie Unfalldaten Straße für Straße, damit jeder zusätzliche Jagdtag und jeder Abschuss am Ergebnis gemessen wird. Und auch die Einwohner haben ihren Teil beizutragen: Wer Wildschweine füttert oder Müll draußen liegen lässt, macht jeden Plan zunichte.

Weiterführende Lektüre

Anderswo auf Sardinia Blog: das dreijährige Seeigelverbot, das auf Brüssel wartet; die Studie für ein Schutzgebiet rund um den uralten wilden Olivenbaum von Luras; und die Obergrenze von 2.500 Besuchern pro Tag, die im Park von La Maddalena bereits gilt.

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